Verantwortung abgeben

Wie Sie Verantwortung abgeben, ohne sich schuldig zu fühlen

Verantwortung abgeben fällt vielen Frauen schwer. Besonders, wenn Sie es gewohnt sind, alles selbst in der Hand zu haben. Sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren, oder glauben, dass niemand die Aufgaben so gut erledigen kann wie Sie selbst. Doch genau dieses Festhalten führt oft zu Überlastung, Stress und dem Gefühl, ausgenutzt zu werden.

Sie sitzen bis spät abends im Büro, der Computer glüht, die To-Do-Liste ist eher länger als kürzer geworden und eigentlich wollten Sie längst Feierabend haben. Doch da ist noch so viel zu erledigen. Aber wenn Sie ehrlich sind, können Sie gar nicht mehr. Sie fühlen sich erschöpft, der Magen knurrt und das schlechte Gewissen gegenüber Ihren Kindern und Ihrem Partner wird immer lauter.

Warum wir alles allein machen

Aber wer soll es sonst machen? Ihr Team? Die sind doch eh zu langsam, zu ungenau, oder denken nicht so weit wie Sie. Also machen Sie es wieder selbst.

Ich kenne das Gefühl, denn ich habe auch jahrelang alles allein gemacht. Weil ich es einfach konnte und die anderen mir oft zu langsam waren. Ich habe allerdings gemerkt, dass mich das wahnsinnig erschöpft hat und ich oft viel Druck hatte, alles zu schaffen. Außerdem habe ich gemerkt, dass einige Kollegen gar nicht helfen wollten, weil sie ja wussten, dass ich das dann eh schon machen werde. Ich wurde also quasi ausgenutzt und die anderen hatten weniger Stress.

Wir Frauen in Führungspositionen sind oft darauf trainiert, Verantwortung zu tragen. Irgendwann wird aus dieser Stärke eine Falle. Wir ersticken in unserer eigenen Unersetzlichkeit und scheuen davor zurück, Verantwortung abzugeben.

Die drei größten Denkfehler dabei sind:

  • „Niemand kann es so gut wie ich.“ → Vielleicht nicht. Aber muss es perfekt sein? Oder reicht auch „gut genug“?
  • „Es dauert länger, es zu erklären, als es selbst zu tun.“ → Nur beim ersten Mal. Langfristig sparen Sie Zeit und Nerven.
  • „Wenn ich es abgebe, verliere ich die Kontrolle.“ → Kontrolle ist eine Illusion. Vertrauen ist Macht.

Ja, das mag vielleicht etwas Angst einjagen.
Doch was ist der Preis, den Sie zahlen?

Welche Aufgaben Sie delegieren können und so Verantwortung abgeben

Sie denken vielleicht: „Aber ich kann doch nicht einfach alles abgeben!“. Natürlich nicht. Allerdings sind viel mehr Aufgaben delegierbar, als Sie denken. Das Problem ist nur, dass Sie nach Jahren, in denen Sie alles selbst gewuppt haben, schwer loslassen können. Und das auch noch mit gutem Gewissen? Nee,… 😊

Doch sind wir mal ehrlich. Wie viele dieser Aufgaben sind eigentlich echte Routine?

  • Rechnungen schreiben
  • Bestellungen aufgeben
  • Meetings vorbereiten
  • Recherchen durchführen
  • Organisationskram erledigen
  • Technik-Probleme lösen
  • Termine planen
  • Statistiken und Auswertungen erstellen
  • Aufräumen
  • E-Mails sortieren und beantworten

Ich wette, da ist so einiges dabei, das SIE nicht unbedingt persönlich tun müssten.

Damit Sie schneller entscheiden können, wo Sie Verantwortung abgeben, orientieren Sie sich doch an diesem Schema:

Aufgaben delegieren lernen UND Schritt für Schritt

Manchmal haben Sie vielleicht noch gar nicht gemerkt, dass jemand in Ihrem Team gerne mehr Verantwortung übernehmen würde. Jemand, der sich weiterentwickeln möchte oder einfach mehr Freude an genau diesen Aufgaben hat. Wäre doch schade, wenn Sie ihm diese Chance vorenthalten, oder? 😉

So geben Sie Verantwortung ab, ohne die Kontrolle zu verlieren

Eine meiner Kundinnen fühlte sich ziemlich überfordert. „Ich will nicht mehr für alles verantwortlich sein!“, sagte sie zu mir. Sie wusste nicht nur nicht, was sie abgeben konnte. Sie traute sich auch nicht so recht. „Was, wenn alles im Chaos endet?“ fragte sie mich ängslich.

Ja, wir können nicht jeden und alles kontrollieren. Aber wir können lernen, klar zu kommunizieren und unserem Team zu vertrauen. Also haben wir nicht nur analysiert, welche Aufgaben sie loslassen konnte. Sondern auch, wie sie das am besten anstellt.

Das wichtigste dabei ist Klarheit. Je präziser Sie sind, desto größer sind Ihre Chancen auf Erfolg.

Drei einfache Schritte für sicheres Delegieren

  1. Definieren Sie das Ziel. Was genau soll das Ergebnis sein?
  2. Setzen Sie einen Termin. Bis wann muss die Aufgabe erledigt sein?
  3. Starten Sie mit kleinen Aufgaben. Dann gewöhnen Sie sich schrittweise ans Loslassen.

Meine Kundin hat genau das gemacht. Sie begann, konkret nach Hilfe zu fragen und Aufgaben bewusst abzugeben. Sie merkte, „anders machen“ ist nicht gleich „schlechter machen“. Im Gegenteil. Ihr Team überraschte sie positiv. Und sie lernte, Fehler nicht als Scheitern zu sehen. Oder als Beweis, dass sie doch wieder alles selbst machen sollte. Sondern Sie erkannte dies als Chance zur Verbesserung.

Heute hat sie mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben, bringt ihre Geschäftsstrategie voran und genießt endlich wieder mehr Zeit mit ihrer Familie. „Es hat sich so gelohnt!“ sagt sie.

Ihr nächster Schritt: Checkliste zur Aufgabenverteilung

Manchmal braucht es einfach einen konkreten Plan, um loszulegen. Genau dafür habe ich die Checkliste zur Aufgabenverteilung erstellt. Damit Sie nicht grübeln, sondern einfach anfangen.

Verantwortung abgeben - Checkliste zur Aufgabenverteilung

Laden Sie sich die kostenlose Checkliste herunter.
Sie finden darin nicht nur eine Anleitung zur Umsetzung, sondern auch ein Kommunikationsbeispiel.

Oder vereinbaren Sie ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch mit mir. Wir schauen uns gemeinsam an, welche Aufgaben Sie als Erstes abgeben können – und wie Sie Ihr Team Schritt für Schritt stärker einbinden.

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